Charta der Rechte
hilfe- und pflegebedürtiger Menschen


Charta of Rights for People in Need of Long-Term Care and Assistance*

Artikel 1: Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe
Jeder hilfe- und pflegedürtiger Mensch hat das Recht auf Hilfe zur Selbsthilfe sowie auf Unterstützung, um ein möglichst selbstbestimmtes und selbstständiges Leben führen zu können.
Articel 1: SELF-DETERMINATION AND SUPPORT FOR SELF-HELP

 Everyone in need of long-term care and assistance has the right to support for their self-help efforts to enable to live a life which is as self-determined and independent as possible.

Artikel 2: Körperliche und Seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit

Jeder hilfe- und pflegebedürtige Mensch hat das Recht, vor Gefahren für Leib und Seele geschützt zu werden.
Articel 2: PHYSICAL AND MENTAL INTEGRITY, FREEDOM AND SECURITY
Everyone in need of long-term care and assistance has the right to protection against any physical or mental threats.

Artikel 3: Privatheit
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wahrung und Schutz seiner Privat- und Intimsphäre.
Articel 3: PRIVACY
Everyone in need of long-term care and assistance has the right to the saferguarding and protection of his or her private and intimate sphere.

Artikel 4: Pflege, Betreuung und Behandlung
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf eine an seinem persönlichen Bedarf ausgerichtete, gesundheitsfördernde und qualifizierte Pflege, Betreuung und Behandlung.
Articel 4: CARE, SUPPORT AND TREATMENT
Everyone in need of long-term care and assistance has the right to qualified, health-conducive care, support and treatment tailored to his or her personal.



Artikel 5: Information, Beratung und Aufklärung
Jeder hilfe- und pflegebedürtige Mensch hat das Recht auf umfassende Informationen über Möglichkeiten und Angebote der Beratung, der Hilfe, der Pflege sowie der Behandlung.
Articel 5: INFORMATION, COUNSELLING, EXPLANATION
Everyone in need of long-term care and assistance has the righte to be fully informed of the possibilities and opportunities available for counselling, care and treatment.

Artikel 6: Kommunikation,  Wertschätzung und Teilhabe an der Gesellschaft
Jeder hilfe- und pflegebedürftige Mensch hat das Recht auf Wertschätzung, Austausch mit anderen Menschen und Teilhabe am Gesellschaftlichen Leben.
Articel 6: COMMUNICATION, ESTEEM AND PARTICIPATION IN SOCIETY
Everyone in need of long-term care and assistance has the right to esteem, interaction with others and participation in the life of society.

Artikel 7: Religion, Kultur und Weltanschauung
Jeder hilfe- und pflegebedürtige Mensch hat das Recht, seiner Kultur und Weltanschauung entsprechend zu leben und seine Religion auszuüben.
Articel 7: RELIGION, CULTURE AND BELIEF
Everyone in need of long-term care and assistance has the right to live according to his or her culture and belief and to practice his or her religion.

Artikel 8: Pallitative Begleitung, Sterben und Tod.
Jeder hilfe- und pflegebedürtige Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben.
Articel 8: PALLIATIVE SUPPORT, DYING AND DEATH
Everyone in need of long-term care and assistance has the right to die in dignity.



* Die in der Charta aufgeführten Rechte werden in allgemeiner Weise in zahlreichen internationalen und europäischen Texten erwähnt und sind dort teilweise bindend verankert. Hierzu zählen vor allem die Europäische Sozialcharta und die Charta der Grundrechte der EU. Das deutsche Recht enthält ebenfalls an verschiedenen Stellen rechtliche Verbürgungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen. Neben den Grund- rechten des Grundgesetzes sind dies for allem die Rechte auf Teilhabe am Leben der Gesellschaft (§ 1SGB IX), auf Selbstbestimmung und Selbstständigkeit (§ 2 SGB XI), auf Aufklärung und Beratung ( § 7 SGB XI), auf Vorrang der Prävention und Reha- bilitation (§ 5 SGB XI), auf Vorrang der häuslichen Pflege (§ 3 SGB XI) und die Rechte nach dem Sozialhilferecht und dem Heimgesetz, schließlich das für das gesamte Sozial- recht gültige Recht auf individualisierte Leistungen (§ 33 SBB I). Quelle: Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren und Familie (www.bmfsfj,de), Nachdruck November 2008.